Wissenswertes aus der Blumhardt-Gemeinde
Wenn Armut Unterrichtsthema wird
Ein Artikel des ersten Armutsbeauftragten in Deutschland, Herrn Thomas de Vachroi.
Wenn Armut Unterrichtsthema wird
Im Jahr 2024 erneuerte ich öffentlich die Forderung nach einer eigenen Unterrichtseinheit „Armut“ – und sah mich dafür deutlicher Kritik bis hin zu bundesweiter Ablehnung ausgesetzt. Heute zeigt sich jedoch: Die Debatte hat etwas in Bewegung gebracht.
Religionsunterricht als Lernort für Gerechtigkeit
Seit 2025 greifen erste Berliner Schulen das Thema Armut gezielt auf, besonders im Religionsunterricht. Dort, wo Werte, Mitgefühl und Verantwortung im Mittelpunkt stehen, wird Armut nun im Rahmen von Projektarbeit behandelt – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Bewusstsein und Offenheit im Klassenzimmer.
Lehrerinnen und Lehrer berichten von großer Aufmerksamkeit, vielen Fragen und spürbarer Anteilnahme. Schülerinnen und Schüler – ob im evangelischen oder katholischen Religionsunterricht – zeigen, dass sie bereit sind hinzuschauen, zuzuhören und mitzudenken.
Armut mitten unter uns.
Armut ist kein Randphänomen, das nur „die anderen“ betrifft. Sie ist mitten unter uns, in den Familien, auf den Schulhöfen, in den Vierteln dieser Stadt. Niemand muss sich dafür schämen, von Armut betroffen zu sein. Vielmehr trägt die Gesellschaft die Verantwortung, dieses Thema sichtbar zu machen, darüber zu sprechen und Wege der Unterstützung zu öffnen.
Wenn Schule Armut zum Thema macht, bricht sie das Schweigen – und schafft Raum für Verständnis, Solidarität und konkrete Hilfsbereitschaft.
Kreative Zeichen der Solidarität
An der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Lichtenrade haben Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen eigens Bilder zum Thema Armut gestaltet. In Farben, Formen und Symbolen zeigen sie, wie Kinder soziale Ungleichheit wahrnehmen – und wie sehr sie sich ein gerechteres Miteinander wünschen.
Auch das Fichtenberg-Gymnasium setzt ein starkes Zeichen: Mit einer Sammelaktion unterstützen Schülerinnen und Schüler die Tee- und Wärmestube Neukölln. Dort finden Menschen, die von Armut, Wohnungslosigkeit oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind, Wärme, Ansprache und Hilfe – getragen auch von der Solidarität junger Menschen.
Mein ausdrücklicher Dank gilt den engagierten Pädagoginnen, die diese Projekte möglich machen: Pfarrerin Pia Rübenach ev., Pfarrerin Susanne Rabe ev. und Suzanna Mihalovic von der katholischen Kirche.
Ihr Einsatz zeigt, was Schule und Kirche gemeinsam bewegen können.
Hoffnung durch junge Stimmen
Es macht Hoffnung, wenn Kinder und Jugendliche sich bereits in diesem Alter ernsthaft mit Armut auseinandersetzen und auch eigene Erfahrungen einfließen lassen. Sie sind wissbegierig, stellen unbequeme Fragen und denken darüber nach, wie unsere Gesellschaft gerechter werden kann.
Gerade diese jungen Stimmen machen deutlich: Armut darf kein Tabuthema bleiben. Sie gehört in den Unterricht, in die öffentliche Debatte und in unser gemeinsames Handeln.
Darum bleibe ich bei meiner Forderung: Das Thema Armut muss fest im Unterricht verankert werden.
„Wer früh lernt hinzusehen, wird später nicht wegschauen.“
Danke für diese Anerkennung – und vor allem danke an die Kinder und Jugendlichen, die zeigen, wie gelebte Mitmenschlichkeit aussieht.
Thomas de Vachroi
Armutsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln
und der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
Weiteres zu Thomas de Vachroi finden Sie hier.
Patientenverfügung
Anlässlich des Vortrages unseres Prädikanten und hauptberuflichen Heilpraktikers, Herrn Arne Krüger, möchten wir die folgenden Informationen mit Ihnen teilen:
Informationen des Bundesministeriums für Justiz
Vorlage/Textbausteine des Bundesministeriums für Justiz
Christliche Patientenverfügung der EKD und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen
"Bonhoeffer meets Blumhardt"
In der Gemeinde von Bonhoeffer lernen, Vortrag des Pfarrers i.R. Dietmar Gerts
Abschliessende Worte des GKR-Vorsitzenden und Prädikanten Bernd Nowack:
Unter diesem Titel veranstalteten wir, bei uns in der Gemeinde, vom 6.Juni bis zum 16. Juni eine Ausstellung über Dietrich Bonhoeffer.
Organisiert hatte das alles mit viel Engagement Arne Krüger, neben seinem Beruf und seiner Tätigkeit in Gemeinde und Kirchenkreis. Dafür gleich an dieser Stelle herzlichen Dank an Arne.
Sicher kennen viele von Ihnen sein bekanntestes Gedicht „von guten Mächten treu und still umgeben“, das oft und gern im Gottesdienst gesungen wird. Aber natürlich war Dietrich Bonhoeffer mehr als nur das eine Lied. Mit der Ausstellung wollten wir den unbekannten Bonhoeffer etwas mehr in den Blick nehmen.
Den Auftakt machte am Donnerstagabend der „theologische Gesprächskreis“ für Prädikantinnen und Prädikanten und predigende Lektoren und Lektorinnen. Pfarrer i.R. Gottfried Brezger, Vorsitzender der „Erinnerungs- und Begegnungsstätte – Bonhoefferhaus“, führte uns durch die Ausstellung und erläuterte ausführlich die Stationen in Dietrich Bonhoeffers Leben.
Am Freitagabend fand dann der offizielle Auftakt mit einem Konzert und Texten von Dietrich Bonhoeffer statt. Rudi Seidel verwöhnte uns mit Liedern wie „Go tell it on the Montains“ über „Lili Marlen“ bis zu „Jesu bleibet meine Freude“ von J. S. Bach, und natürlich wurde „Von guten Mächten“ gesungen. Zwischen den Liedern wurden Texte von Dietrich Bonhoeffer gelesen. Zum Schluss haben wir noch bei einem Glas Sekt und leckeren Häppchen zusammen gesessen und über Bonhoeffer und Gott und die Welt geredet.
Am Samstag fand eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Dietrich Bonhoeffer – Leben, Werk und heutige Wirkung“ statt. Die Teilnehmer Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg (Uni. Flensburg), Prof. Dr. Florian Höhne (Uni Erlangen-Nürnberg), der ehemalige Studienleiter der EKBO, Pfarrer i.R. Dietmar Gerts, Lehrbeauftragter Berlin & Flensburg und Dipl. Theologe Tilman A. Fischer von der Humboldt Universität in Berlin hielten kurze Impulsreferate, um anschließend unter der Moderation von Pfarrer Holger Bentele, Studienleiter beim Amt für kirchliche Dienste, über das Thema zu diskutieren und auf die Fragen der Besucher einzugehen. Es entwickelte sich eine angenehme Gesprächsatmosphäre, in der viele Facetten zum Leben und Wirken Dietrich Bonhoeffers ausgeleuchtet wurden.
Den Abschluss bildete ein kleiner Empfang mit Snacks, Kaffee und dem restlichen Sekt vom Vortag. Sonntag feierten wir einen gut besuchten Gottesdienst. Arne Krüger führte uns durch die Liturgie, und Prof. Dr. Wüstenberg hielt die Predigt, natürlich über Dietrich Bonhoeffer. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Sebastian Oelke und dem Popchor Britz unter der Leitung von Christopher Sosnick.
Am 16. Juni feierten wir dann den Abschluss unserer Bonhoeffer Ausstellung mit einem Gottesdienst mit unserer Pfarrerin Pia L. Rübenach und dem Superintendent Dr. Christian Nottmeier. Im Anschluss haben wir bei Musik und guter Laune gegrillt.
Eines darf an dieser Stelle nicht vergessen werden: Dank an die vielen Ehrenamtlichen, die diese sehr intensiven Tage möglich gemacht haben. Da ist der schon genannte Arne zu nennen. Aber unser Dank gilt auch Martina, Maria, Ina und Christine, die uns kulinarisch verwöhnt haben. Dirk hat für den perfekten Ablauf der Technik gesorgt, und Marieluise hat wie immer den Kirchdienst übernommen. Ohne diesen Einsatz wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen.
Allen Beteiligten meinen herzlichen Dank für ihren Einsatz!
Unser Lesetipp für Sie:
Digital-Magazin: Dietrich Bonhoeffer
Wir sind für Sie da!
Hilfe bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt.
Menschen, die die in der evangelischen Kirche Missbrauch, (sexualisierte) Gewalt oder übergriffiges Verhalten erlebt haben, erleben oder vermuten, können sich direkt an die Präventionsbeauftragte unseres Kirchenkreises, Frau Petra Reh, wenden.
Frau Reh ist mobil erreichbar unter 0163 6 89 04 76 und via E-Mail: p.reh@kk-neukoelln.de
Präventions- und Schutzkonzept des Kirchenkreises Neukölln
Informationen über die Unterstützung durch die Landeskirche
Wichtige Formblätter für Sie
Anmeldung zur Taufe, bearbeitbare PDF-Datei
Anmeldung zur Trauung, bearbeitbare PDF-Datei
Anmeldung zur Konfirmation, bearbeitbare PDF-Datei
Anmeldung zur Bestattung, bearbeitbare PDF-Datei
Gerne können Sie uns das ausgefüllte Formular via Post oder E-Mail zusenden an:
gemeinde@jcbg.de
Evangelische Johann-Christoph Blumhardt Kirchengemeinde
Buckower Damm 59 in 12349 Berlin