Andacht
Gedanken zum Monatsspruch Juli aus dem Kirchenbrief der
JCB Kirchengemeinde
vom Prädikanten Dr. Gregor Ebneth
"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“
(Aus aus Amos 5, 24 (L)
Endlich Sommer – Urlaubszeit; die schönste Zeit im Jahr überhaupt. Die Schulkinder haben ihre ersehnten großen Ferien, Familien haben endlich Gelegenheit, gemeinsam etwas zu erleben, wir alle dürfen für eine bestimmte Zeit die Natur in ihrer Schönheit und ihrem Reichtum erleben – und vielleicht die Beine baumeln lassen im erquickenden Nass eines sprudelnden Bachs.
Und dieses Bild des Wasserreichtums und des nicht versiegenden Bachs benutzt der Prophet Amos vor über 2700 Jahren, um die Menschen zu mahnen und ihnen gleichzeitig eine Perspektive zu eröffnen. Und wie sieht es damals da aus? Nun, nicht gut: Ihr unterdrückt die Armen! Ihr sprecht ungerechte Urteile. Ihr bereichert euch auf Kosten anderer. Ihr lebt im Luxus und verachtet diejenigen, die es sich nicht leisten können. Eure Doppelmoral und Heuchelei schreien zum Himmel. So steht es in den insgesamt neun Kapiteln im Amosbuch. Und Amos setzt dagegen: Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach! Das wäre jetzt die Aufgabe. Daran hättet ihr zu arbeiten!
Und in unserer heutigen Welt? Der Ton in den politischen Auseinandersetzungen ist schärfer geworden. Zynische und menschenfeindliche Äußerungen nehmen zu. Umso mehr heißt es, die Menschenrechte und Grundrechte zu bewahren und zu schützen. Diese Rechte sind die Grundlagen unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft! Besonders in der großen Weltpolitik erkenne ich, wie sehr auch heute Doppelmoral und Heuchelei diese Politik bestimmen, wie wenig Menschenrechte und das Völkerrecht dann gelten, wenn sie den Interessen einiger Machthaber und Alleinherrscher im Wege stehen.
So wie Amos – im göttlichen Auftrag - die Menschen damals ermahnt hat, tun wir auch heute gut daran, für Recht und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten und dafür zu sorgen. Unser Leben wird dann nicht beherrscht vom Negativen, Pessimistischen. Nein, ich will nicht verachten, von Jesus Christus haben wir anderes und besseres gehört: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben.“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Gott lieben und deinen Nächsten lieben: Das Doppelgebot der Liebe. Eine Liebe, die alles und alle umfasst: Gott, den anderen und auch mich selber.
Diese Liebe in die Welt zu tragen, das ist der Weg für Recht und Gerechtigkeit in der Welt, weil die Liebe stärker ist als alle Doppelmoral, Heuchelei, stärker als alle vergänglichen Machthaber und Alleinherrscher dieser Welt! Das ist der Weg, den Gott uns zeigt!
Und die Liebe Gottes umhülle Sie auf all Ihren Wegen
Ihr Gregor Ebneth